Warum hast du letztendlich in Deutschland angefangen und nicht in den Niederlanden?
Zum Teil natürlich, weil ich einen deutschen Hintergrund habe, das hat den Schritt schon kleiner gemacht. Außerdem fand ich vor 10 Jahren, dass es in Deutschland mehr Perspektiven gab. Es ist letztendlich ein größerer Markt und auch das Geschäftsmodell hat mir besser gefallen. Mein Vater war übrigens auch immer selbstständig, vielleicht liegt mir das im Blut.
Was ist deiner Meinung nach der größte Unterschied zwischen der deutschen und niederländischen Gastronomie?
In den Niederlanden fällt mir auf, dass das Servicepersonal viel jünger ist, oft handelt es sich um einen Nebenjob. In Deutschland sieht man das viel seltener. Ich denke, das hat mit der Kultur und der Gesetzgebung zu tun. In Deutschland sieht man das auch in den Supermärkten, das Personal ist älter, während man in den Niederlanden vor allem Studenten sieht.
Außerdem ist die Niederlande in Bezug auf die Gastronomie moderner und etwas fortschrittlicher. Deutschland ist dagegen günstiger und serviert größere Portionen, vor allem in diesem Teil Deutschlands. Das Lustige daran ist, dass dies gerade viele Niederländer anzieht, weil sie das in ihrem eigenen Land vermissen. Die Deutschen wiederum finden, dass die Niederlande weniger Esskultur haben. Die Deutschen haben in dieser Hinsicht eher traditionelle Gerichte. Allerdings muss ich sagen, dass die Niederlande in Sachen Gastronomie aufgeholt haben. Das sieht man an der Vielfalt der Restaurants und dem, was dort serviert wird.
Was ist für dich die größte Herausforderung in der Gastronomie?
Ich traue mich fast nicht, es zu sagen, aber eigentlich macht es mir riesigen Spaß. Wir haben ein schönes, gut besuchtes Lokal mit einer tollen Atmosphäre. Dadurch sind Arbeit und Privatleben gut ausbalanciert, was im Gastgewerbe natürlich einzigartig ist. Die Mitarbeiter, die hier arbeiten, sind alle schon seit Jahren bei Huckleberry's, wir sind wie eine Familie, und das spüren auch die Gäste. Ich möchte auch, dass meine Leute zufrieden sind, denn dann sind es die Gäste auch. Mir ist bewusst, dass es einzigartig ist, ein so stabiles Team zu haben. Das schätze ich sehr.
Ich hatte eine Zeit lang noch ein weiteres Geschäft in Bocholt, das ich zusammen mit einem Partner betrieben habe. Das war während der Corona-Pandemie, was das Unternehmertum erschwerte. Jetzt habe ich nur Huckleberry's und das gefällt mir gut, denn so kann ich mich voll und ganz auf dieses Geschäft konzentrieren. Außerdem habe ich bei Huckleberry's ein schönes und stabiles Team, das ich sehr schätze.
Woher bekommst du deine Inspiration?
Zunächst schaue ich mir die Gäste an: Sind sie zufrieden oder fehlt ihnen etwas? Letztendlich ist es am wichtigsten, dass sie zufrieden sind. Man möchte natürlich, dass sie wiederkommen und dass man eine Beziehung zu ihnen aufbaut. Das macht Huckleberry's meiner Meinung nach auch einzigartig in Bocholt. Derzeit gibt es in Deutschland viele Ketten im Gastgewerbe. Das hat natürlich auch etwas für sich, aber meiner Meinung nach fehlt dort die persönliche Note. Auch in der niederländischen Gastronomie finde ich viel Inspiration, denn hier sind sie in Sachen Trends doch etwas voraus. Hier finde ich beispielsweise allein schon Inspiration in Bezug auf Musik, Geschirr und Dekoration.